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Sechsjährige Grundschule - Schluss mit dem ständestaatlichen Denken!

Veröffentlicht in Veranstaltungen

Montag, 3. März 2008, 20.00 Uhr DAI, Heidelberg, Sofienstraße 12
  • SPD-Landtagsfraktionsvorsitzender Claus Schmiedel
  • SPD-Bundestagstagsabgeordnete Lothar Binding
  • GEB (Gesamtelternbeirat) Heidelberg Harald J. Preusler
  • IGH Heidelberg, Leiter Orientierungsstufe (5.-6. Klasse) Wolfgang Stetzler
Moderation: Dr. Anke Schuster, Fraktionsvorsitzende SPD Heidelberg

Unser Schulsystem verlangt von 9- und 10-Jährigen fast nicht mehr revidierbare Weichenstellungen. Die „Auslese” kommt im bisherigen Schulsystem zu früh, daher muss dieses System gründlich verändert werden. Die letzte IGLU-Studie belegt, dass Kinder, die zu Hause nicht gefördert werden, doppelt benachteiligt werden: Die Schule kompensiert diese Nachteile im Lernen nicht. Die deutschen Grundschüler belegen in der zweiten internationalen Iglu-Grundschulstudie Rang elf unter 35 Nationen und zehn Regionen. Damit landen die deutschen Viertklässler auf dem gleichen Platz wie bei dem ersten derartigen Test im Jahr 2001.

Die sechsjährige Grundschule würde dem Prinzip des altersgemäßen gemeinsamen Lernen aller Kinder während eines längeren Zeitraums gerecht. Sie ermöglichte allen Kindern für mehr als die Hälfte der Pflichtschulzeit das Lernen in binnendifferenzierenden Lernarrangements der Vielfalt und Heterogenität. Trotz dieser Vorteile wäre sie dennoch nur ein halber Schritt auf dem Weg zu einer Reform des deutschen Schulwesens, denn dessen auf Selektion und Aussortieren beruhende Grundproblematik kann auch sie weder aufheben noch umgehen.

Das Ziel der Reform muss deshalb ein anderes sein. Für jede Schule sollte es obligatorisch werden, die Schüler zu einem Abschluss nach dem Ende ihrer Pflichtschulzeit zu führen. Man hat z.B. den finnischen Schulen durch Strukturreformen jede Möglichkeit genommen, die Verantwortung für den Bildungserfolg auf den Schüler abzuwälzen. "Dort wurden Sonderschulen abgeschafft. Dort wurden Klassenwiederholungen abgeschafft. Und dort wurde auch das gegliederte Schulsystem abgeschafft, und es gibt dort niemanden mehr, der dem nachtrauert," weiß Andreas Schleicher, der PISA-Gesamtkoordinator im OECD-Sekretariat, zu berichten. "Diese Reformen haben die Finnen", führt er weiter aus, "aber mit wichtigen anderen Maßnahmen flankiert. So haben sie die Lehrerausbildung grundlegend reformiert, mit dem vorrangigen Ziel, Lehrer als Pädagogen auszubilden, die Schüler begleiten und unterstützen, durch eigenständiges Denken und Handeln selbständig und kooperativ zu lernen. Man hat die Schulaufsicht zu einem Instrument umgewandelt, dessen erste Aufgabe nicht Kontrolle, sondern wirkungsvolle Unterstützung der Einzelschule ist."
Die Zeit der durch Klientelpolitik verwässerten kleinen Schritte ist endgültig vorbei. In jedem Politikbereich. Jetzt müssen große Schritte gemacht werden. Das eine oder andere Mal muss sogar gesprungen werden.

Eine Veranstaltung des AK Bildung der SPD Heidelberg und der
SPD-Gemeinderatsfraktion Heidelberg
www.spd-heidelberg.de

 
 

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